Steckbrief
Weil die altbekannte Weisheit "Wissen ist Macht" auch krebskranken Frauen bekannt war, gründete schon vor über 25 Jahren eine von uns - Christel Hoffmann - die erste Gesprächsgruppe für betroffene Frauen in Bielefeld-Sennestadt.

Erst sprachen wir vor allem über die emotionale Bewältigung der Krebsdiagnose, die damals noch ein Tabuthema war und so viele Ängste erzeugte. Wir tauschten uns aus und erfuhren, dass es unterschiedliche Behandlungsmethoden gab. Wir verglichen die einzelnen Informationen zum Thema Krebs und die daran anschließenden Beratungsangebote der Ärzte. Denn nach der Operation hatten die langwierigen und schmerzvollen Therapien für alle Frauen unerwartete Folgen im Alltag der Familie oder im Beruf. Darüber wurde bei der Krebsdiagnose durch den Arzt damals jedoch stets geschwiegen.

Nach der Diagnose Krebs war nichts mehr so wie früher.

Also informierten sich die Frauen weiter, stellten die richtigen Fragen an ihre Ärzte oder Therapeuten und boten sogar öffentliche Informationsveranstaltungen für andere Betroffene an. Sie lernten wie wichtig es ist, nicht nur medizinische Ratschläge zu beachten, sonden stets auch "in sich selbst hineinzuhören". Für Krebspatienten bekommt so manches einen neuen Stellenwert: es verändert sich die eigene Wahrnehmung ebenso wie die Fremdwahrnehmung. Vieles muss umgestellt werden und jede Frau schaut nun anders auf ihr Leben und die Welt!

Diese Frauen wollten vom Arzt nicht nur behandelt werden, sondern auch selber handeln!

"Hilf mir, es selbst zu tun" ist seither ihr Motto. Auch die meisten Ärzte lernten dazu, informierten ihnre Patientinnen nun anders und suchten das Gespräch mit den Selbsthilfegruppen. Das war für beide Seiten fruchtbar.

Jahre später taten sie sich mit der Sportgruppe von Karin Schewe zusammen und gründeten die Viktoria e.V. Treffpunkte für Frauen nach Krebs, zu der heute rund hundert Mitglieder gehören. In allen Selbsthilfegruppen findet ein Geben und Nehmen statt! Alle Frauen entwickeln eine Patientenkompetenz. Statt sich verbittert zu fragen: "Warum gerade ich?" Fragen sie sich eher "Was habe ich daraus gelernt? Wie kann ich mir und anderen jetzt helfen?" Sie wissen, wer gelernt hat mit seiner Krankheit umzugehen, kann auch andere Lebenskrisen meistern!

Auch Du kannst erfahren, was eine Selbsthilfegruppe alles bietet!